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Gesundheitsschutz für FrisörInnen – kein Unfug! Evelyn Regner aus dem EU Parlament

In den letzten beiden Jahren haben wir im Rahmen der UNI EUROPA eine Vereinbarung zum Arbeitsschutz für FriseurInnen erarbeitet!

Diese stand in den letzten Tagen in den Medien und wurde zum Teil schwer

kritisiert und zum Teil als sehr gut angesehen!

Hier nun unsere EU Abegeordnete Evelyn Regner aus dem EU Parlement zu unserem Thema

 

Wieder einmal wurde in bestimmten österreichischen Medien vom nächsten „EU-Unfug“ gesprochen. Wieder einmal handelte es sich dabei bestenfalls um Halbwahrheiten. Das Thema sind dieses Mal neue Schutzmaßnahmen für Friseurinnen und Friseure. Laut einer Österreich-weiten Tageszeitung will „die EU“ den FriseurInnen „selbst Eheringe verbieten“ und „noch dazu Schuhe ohne Absatz“ vorschreiben. Mir ist es persönlich sehr wichtig, mit diesen falschen Behauptungen aufzuräumen. Denn erstens sind es die Sozialpartner und nicht die EU-Institutionen, die eine neue Vereinbarung anstreben. Zweitens ist nach geltendem österreichischem Recht bereits das Tragen von unpassender Arbeitskleidung verboten. Und drittens geht es hier um Gesundheitsschutz von ArbeitnehmerInnen und nicht um sinnlose Verbote. 
Erstens ist es nicht „die EU“, sondern sind es die Sozialpartner auf europäischer Ebene, die neue Regeln anstreben. Die ArbeitgebervertreterInnen (Coiffure EU) und ArbeitnehmervertererInnen (UNI Europa Hair & Beauty) werden am 26. April die „Europäische Rahmenvereinbarung über den Schutz von Gesundheit und Sicherheit in der Friseurbranche“ unterzeichnen. Im Rahmen des branchenspezifischen Sozialen Dialogs können sich die Sozialpartner nämlich auf Regelungen einigen, der Ministerrat der EU kann diesen dann zustimmen. Erst dann werden die Regeln europaweit verbindlich. Das Europäische Parlament ist in diesem Fall nicht als Gesetzgebe beteiligt.

In dieser Vereinbarung wird festgehalten, dass ArbeitnehmerInnen keinen Arm- oder Handschmuck (also Ringe, Armreifen etc.) tragen sollen, da dadurch die Entstehung von Hautkrankheiten begünstigt wird. Auch das Tragen von Schuhen mit rutschfesten Sohlen steht in der Vereinbarung. Beide Bestimmungen sind mehr als berechtigt und tragen stark zum ArbeitnehmerInnen-Schutz bzw. zum Gesundheitsschutz bei. Denn einerseits sind Hautkrankheiten eine der häufigsten berufsbedingte Krankheiten überhaupt und verursachen EU-weit einen Schaden von rund 5 Milliarden Euro, wie eine Studie der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz belegt. Dazu kommt das persönliche Leid der ArbeitnehmerInnen: FriseurInnen sind die am stärksten betroffene Gruppe von berufsbedingten Hautkrankheiten. Andererseits sind auch Muskel-Skeletterkrankungen in dieser Branche häufig. Wenig verwunderlich also, dass gerade Stöckelschuhe als nicht förderlich angesehen werden.

Zweitens sind das Tragen von Ringen und Stöckelschuhen für FriseurInnen auch ohne EU-weite Regelungen bereits verboten und zwar durch geltendes österreichisches Recht. Vor allem in den §§14, 70 und 71 des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes (ASchG), aber auch in den §§ 70 und 71 der Allgemeine Arbeitnehmerschutzverordnung wird eine angemessene Arbeitskleidung, die dem Gesundheitsschutz bzw. der Unfall- und Krankheitsprävention entspricht, vorgeschrieben.

Ich möchte also festhalten, dass es sich bei der neuen Vereinbarung zum ArbeitnehmerInnen-Schutz in der Friseurbranche um eine sehr sinnvolle und begrüßenswerte Übereinkunft der Sozialpartner handelt. Auch kann nicht von „EU-Unfug“ die Rede sein, da diese Vereinbarung nicht von EU-Institutionen getroffen wurde. Dass gerade eine österreichische Zeitung über soziapartnerschaftliche Übereinkünfte herzieht, nur weil sie auf europäischer Ebene stattfindet, ist sehr verwunderlich. Als Abgeordnete und Gewerkschafterin verteidige ich sowohl die Methode des Sozialen Dialogs als auch den Inhalt der Vereinbarung für die Friseurbranche.



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